Heute vor genau zwei Wochen habe ich damit begonnen, ernsthaft, regelmäßig und mit einer Idee in petto zu streamen. Und verdammt, es ist jetzt schon so viel passiert, dass ich wahrscheinlich nicht jedes Detail auflisten kann, das ich gelernt-, das mich geärgert-, das mich glücklich und/oder zufrieden gemacht hat. Eigentlich ist es nicht ganz korrekt zu sagen, dass erst in den letzten 2 Wochen so viel passiert ist. Denn eigentlich hat das Ganze eine Vorgeschichte, die nicht ganz so rasant war, sondern sich in eher kleinen und langsamen Schritten unaufhaltsam ihren Weg bahnte.

Meine aktuellen Statistiken der letzten 30 Tage. Am meisten freut mich, dass ich fast nie allein war im Stream.

Die Stream-Vorgeschichte

Hätte mir jemand vor 15 Jahren — als ich mühevoll meine Großeltern überzeugen musste, dass ich von meinem Jungendweihegeld doch besser einen teureren Rechner haben sollte, mit dem man “schneller arbeiten” kann (ihr wisst was ich damit wirklich wollte ;))— erzählt, dass eine Zeit kommen wird, in der Menschen Gamern beim Zocken zusehen wollen und dafür teilweise sogar Geld geben, dann hätte ich diese Person für verrückt erklärt.

Jugendweihe =ostdeutsches Äquivalent zu Konfirmation/Kommunion — bloß ohne Kirche

Ich kannte tatsächlich eher das Gefühl, sich dafür rechtfertigen zu müssen, warum ich lieber zockte, “Killerspiele” spielte, Tage auf LAN Partys mit den Kumpels vebrachte, anstatt zu lernen oder an die frische Luft zu gehen. Da war an Livestreams erst recht noch nicht zu denken. Ich war eben Gamer und bin es nun mein halbes Leben.

Vom Gamer zum Streamer ist der Weg gar nicht mehr so weit. Bloß dieser Gedanke setzte sich erst vor ca. 2 Jahren fest, dass ich doch auch so etwas in “Richtung Videos” machen könnte. Wirklich gemacht habe ich das Ganze dann erst vor ein paar Monaten. Der Rechner war ja ohnehin schon immer da. Da fehlte eigentlich nur das Mikrophon, eine Webcam, Beleuchtung und eine langsame aber stetige Einarbeitung in Tools, Programme und Technik. Im Nachhinein kann ich fast schon sagen: Der Gedanke zu streamen hatte sich wie eine Art Virus mit langer Inkubationszeit festgesetzt und ist nun ausgebrochen.

Und jetzt, wo ich begonnen habe, denke ich mir: Eigentlich war es gar nicht so schwer, einen passablen Stream auf die Beine zu stellen. Viel braucht es nicht und Twitch, XSplit und Co. sind auch keine Komplexitätsmonster. Das “Machen und Wollen” war das wirklich Entscheidende.

Die ersten zwei Wochen

Nun ist es vermessen zu sagen, ich wäre “erfolgreich”. Wobei, eigentlich ist der Erfolg ja auch immer eine Frage des Maßstabes und des Standpunktes. Ich stehe ganz am Anfang und freue mich über jeden einzelnen Like, Follow und jede einzelne Chatnachricht. Vor allem ist es aber das Gefühl, nicht im Stream allein zu sein, was mich beflügelt. Ich hatte bisher das Glück in fast allen Streams eine Person im Stream zu haben, die sich mit mir unterhalten hat.

Ich denke, es ist auch eine Frage der Haltung, immer etwas zu finden, das gut war. Und wenn es nur ein neu eingebautes Feature ist, das funktioniert hat oder eine neue Szene, die man gebastelt hat oder einfach: den Stream zu genießen — “the joy of the stream”, sozusagen.

Jeden Tag lerne ich dazu und versuche, trotz Vollzeitjob, kleine, aber feine Verbesserungen an mir und meinem Stream zu machen. Zudem habe ich das Glück, die volle Unterstützung meiner Freundin zu haben. Diesen Faktor kann und werde ich auch nie unterschlagen.

Sehr hilfreich ist dabei eine Serie der Streamer Professor Broman und Teawrex, die 2015 einen Podcast über das 1×1 des Streamens (“Streaming 101”) gemacht haben. Viele dieser Dinge, die sie dort u.a. mit Gästen besprechen, gelten noch heute. Da die beiden aus den USA kommen, sind die Videos leider in Englisch:

Meine Lessons Learned #1

Jeden Blogeintrag meines “Streamtagebuchs” beende ich mit den Dingen, die ich in letzter Zeit gelernt habe:

  1. Das Beste für einen Stream sind seine Viewer und diejenigen, die seine Tweets, Blogs, Videos etc. lesen/anschauen.
  2. Um einen Stream an den Start zu bringen, braucht es nicht viel. Wenn er am Start ist, beginnt die eigentliche Arbeit an sich selbst und dem eigenen Stream.
  3. Am Anfang ist es sehr sinnvoll anderen Streamern zuzusehen, Blogs zu lesen, Tutorials zu schauen und Dinge einfach zu testen. Der nächste Schritt ist dann, sich zu überlegen, was man selbst gut findet und beibehalten will.
  4. Ich empfinde momentan einfach nur Freude darüber, dass ich streamen kann. 🙂

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.